
Prof. Dr. med. Marc Possover ist weltweit als Pionier der laparoskopischen Operationen pelviner Nerven bekannt. Er hat als erster laparoskopische Implantationen von nervalen Elektroden auf pelvine Nerven durchgeführt, zur Wiedererlangung von Stand und Gang sowie von Blasen- und Sexualfunktion bei gelähmten Patienten. Außerdem hat er als Vorreiter Elektroden zur Behebung verschiedenster nervaler Schmerzen implantiert, ebenso wie zur Kontrolle der Blasenfunktion bei MS-Patienten oder Kindern mit Spina bifida. Er ist der "Vater der Neuropelveologie".
Darüber hinaus ist Professor Possover international anerkannter Experte für die laparoskopisch-vaginale Chirurgie genitaler Karzinome sowie fortgeschrittener viszeraler Endometriose, im laparoskopischen Management von iatrogenen pelvinen Nervenschädigungen und von endometriosebedingten Nervenschäden. Er war der weltweit erste Chirurg, der die laparoskopische Elektrostimulation (LANN Technik) zur intraoperativen Identifikation von Nerven verwendete - mit dem Ziel, im Rahmen radikaler pelviner Operationen die Blasen-, Darm- und Sexualfunktion im vollen Umfang zu erhalten.
Prof. Possover, geboren am 22.01. 1963 in Frankreich, machte sein Abitur mit 15 Jahren, direkt anschließend begann er sein Medizinstudium an der Universität Nancy. Er schloss sein Studium im Alter von 22 Jahren mit Summa cum laude ab und begann die Facharztausbildung als Herz-Gefäß-Chirurg. In dieser Zeit erarbeitete er sich das umfanreiche Wissen und die erforderlichen Fähigkeiten im Bereich der viszeralen Chirurgie und der Urologie. 1991 begann er die zweite Facharztausbildung im Bereich der Gynäkologie und Geburtshilfe an der Universität Hombourg/Saar. In dieser Zeit entwickelte er ein spezielles Interesse und Expertentum im Gebiet der fortgeschrittenen laparoskopischen Chirurgie.
Im Jahr 1995 absolvierte Prof. Possover einen Kurs bei Prof. Daniel Dargent an der Universität Lyon über die Techniken der radikalen vaginalen Hysterektomie nach SCHAUTA sowie die radikale Trachelektomie nach DARGENT zur Therapie des Zervixkarzinoms (Gebärmutterhalskrebs). Er brachte diese Techniken nach Deutschland und entwickelte die Methode an der Universität Jena weiter. Weitere Details >
An der Universität Jena baute Prof. Possover die Technik der laparoskopisch assistierten radikalen Gebärmutterentfernung (Hysterektomie) Typ III auf und habilitierte sich über diese operative Methode, die eine ausgedehnte radikale Entfernung der zervikalen Haltebänder als konventionelle Methode in der Therapie des Zervixkarzinoms möglich macht. Parallel dazu entwickelt er die Methode der radikalen vaginalen Entfernung der ausgedehnten Rektovaginalendometriose mit Befall / Stenosierung des Darmes. Bis zum heutigen Tag hat er mehr als 1300 laparoskopische Lymphonodektomien (Lymphknotenentfernungen), mehr als 600 radikale vaginale Gebärmutterentfernungen incl. radikaler Trachelektomien (Gebärmutterhalsentfernungen) sowie mehr als 180 laparoskopische Darmresektionen bei ausgedehnter Endometriose durchgeführt (Stand 2007).
Da diese Methode eine hohe Radikalität erfordert, die einhergeht mit einer hohen Morbidität hinsichtlich Blasen- und Darmentleerungsstörungen, konzentrierte sich Prof. Possover auf die nervale Versorgung der verschiedenen Organe des kleinen Beckens. Basierend auf der Methode der laparoskopischen Präparation motorisch-pelviner Nerven der Blase und des Enddarmes war er der erste, der die Prinzipien der parasympathischen nervensparenden radikalen pelvinen Chirurgie entwickelte, eine Methode, die bei der Therapie des Zervixkarzinoms und der tief infiltrierenden Endometriose angewendet werden kann. Außerdem kann die Methode in der viszeralen Chirurgie (bei Rektumresektion) sowie in der Urologie (Prostatachirurgie) genutzt werden, um die postoperativen Blasen-/Darm-/Sexualfunktionsstörungen signifikant zu senken, ohne die Radikalität einzubüßen.
Durch sein gesammeltes Wissen auf dem Gebiet der Neuroanatomie und des kleinen Beckens begann Prof.Possover mit der Nervenpräparation im Rahmen anderer Indikationsstellungen – wie z.B. Ischialgien, Pudendusneuralgien oder beim Alcock’schen Kanalsyndrom. Er hatte als erster die Idee, Elektroden auf pelvine Nerven zu implantieren, um Nervenschmerzen im kleinen Becken oder den unteren Extremitäten (z.B. bei Polyneuropathien, Phantomschmerzen nach Amputation) zu lindern oder/und zu kontrollieren - ein Verfahren, das unter dem Namen "LION-Technik" bekannt wurde.
Im Jahre 2003 implantierte er weltweit als erster Elektroden bei einem querschnittsgelähmten Patienten, um die Funktion der Beine wiederherzustellen (Brindisi), und 2006 setzte er die Elektroden zur Wiederherstellung der Blasen- und Darmfunktion bei einer gelähmten Frau ein.
All dies trieb ihn an, diese neuen Techniken und Therapien in einem Spezialgebiet der Neuropelveologie® zusammenzufassen, einem neuen Zweig der Medizin, der sich konsequent mit den Pathologien pelviner Nerven befasst.
Prof. Possover ist einer der Leader Surgeons of the World (www.surgeryu.com) und ist ein fachmännischer Gutachter für die Organisation „Best Doctors“ (www.bestdoctors.com). Weitere Details >